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Die Geschichte der Stadt Třeboň

Der Geschichte von Třeboň kommen wir am besten vor dem Hintergrund der fünf Adelsgeschlechte, in deren Eigentum die Stadt im Laufe der Zeit geraten ist, näher.

Die Herren von Landstein (seit 1366)

Třeboň - Witiko von Prčice - Wappen, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o. Třeboň entstand ungefähr in der Hälfte des 12. Jahrhunderts als ein kleiner Ort in tiefen Grenzwaldungen. Dank der günstigen Lage an einem das böhmische und österreichische Gebiet verbindenden Handelsweg siedelten sich da Handwerker wie Kaufleute an, die daraus allmählich ein wissenschaftliches Zentrum dieses Gebietes schufen. Třeboň und das ausgedehnte Gebiet ringsherum gewann Witiko von Prčice (†1194) – Gründer des mächtigen Geschlechtes der Wittigonen, der bedeutende Posten in der Suite des böhmischen Königs Vladislav II. bekleidete und einen wesentlichen Teil der damals ungastlichen und sumpfigen Gegend Südböhmens im Besitz hatte. Nach einer kurzen Zwischenzeit, wo das Kloster in Zwettl das Gebiet besaß, gewannen die Herren von Landstein, einer der Geschlechtszweige der Wittigonen, das Gebiet von Třeboň etwa in der Hälfte des 13. Jahrhunderts. Třeboň wurde zum Zentrum des Herrschaftsgutes. Es wurde die St.-Ägidius- Kirche erbaut, ein Kastell aufgebaut sowie mit dem Bau der Stadtbefestigung und eines Wassergrabens begonnen.

Die Rosenberger (1366–1611)

Unter den Rosenbergern erlebte Třeboň die Zeit der größten wirtschaftlichen Entwicklung wie auch des kulturellen Aufschwungs. Kein Wunder, die Rosenberger stellten doch das mächtigste Herrschergeschlecht im Land dar, sie bekleideten die vordersten Posten im böhmischen Königreich auch am kaiserlichen Hof, sie widersetzten sich sogar mehrmals in der Geschichte dem König selbst.

Die Rosenberger gewannen für Třeboň, für eine Untertanenstadt, das sog. Recht der Königsstädte sowie das wichtige Privilegium Salz einzuführen. Es wurde das Augustinianerkloster mit der Kirche errichtet und die Befestigung vollendet, die gemeinsam mit der befestigten Burg und dem umliegenden Sumpfgelände aus Třeboň fast eine uneinnehmbare Festung machte. Auch deswegen hielt Třeboň den künftigen Angriffen unter den Hussitenkriegen mit Erfolg stand.

Mit der Herrschaft von Peter IV. von Rosenberg (1462–1523) begann dann der echte Aufschwung des Wittingauer Herrschaftsgutes. Peter fing an die wirtschaftlichen Tätigkeiten hierorts zu unterstützen – neben der Metallgewinnung handelte es sich eben um die Teichwirtschaft. Zwecks der Anzüchtung der Teichsysteme berief er den Gründer der Teiche Štěpánek Netolický in seine Dienste. Im Jahre 1505 erteilte er dann der Stadt Třeboň das Recht zum Bierbrauen „für alle Zeiten“, was auch bis heute gilt.

Třeboň - Peter Wok von Rosenberg (1539–1611) - das letzte Mitglied des Adelsgeschlechtes der Rosenberger und der jüngere Bruder von Wilhelm., Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o. Die goldene Wittingauer Zeit (Zeitraum von der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts bis Anfang des 17. Jahrhunderts) ist mit den letzten Rosenbergern – mit Wilhelm, der im Lande nach dem König der zweite Mann von großem Einfluss war, und seinem Bruder Peter Wok – verbunden. Die Stadt erhält nun das Aussehen eines repräsentativen Renaissancesitzes, eigentlich auch wegen eines ausgebreiteten Brandes, nach dem die Bürger ihre neuen Häuser erneut aufbauen mussten. Es prosperiert die Teichwirtschaft – der Rosenberger Regent Jakob Krčín von Jelčany knüpfte an das Werk von Štěpánek Netolický an und vollendete das Teichsystem. Er legte zahlreiche neue Teiche an, unter anderem z. B. den heute meistbekanntesten Teich namens Svět oder den von der Fläche her größten Teich Rožmberk.

Im Jahr 1602 wurde Třeboň sogar zur Residenz des letzten Rosenberger Herrschers Peter Wok von Rosenberg. Dieser musste nämlich die Familienverschuldung durch den Verkauf von Český Krumlov lösen und seinen Hof nach Třeboň umsiedeln. Nach seinem Tode 1611 erbten die Schwanberger die Stadt samt Herrschaftsgut.

Die Schwanberger (1611–1622) und Habsburger (1622–1660)

Das Geschlecht der Schwanberger, die in ihrem Wappen einen Schwan hatten, verfügte über Třeboň nur für kurze Zeit. Wegen ihrer Teilnahme am Standesaufstand gegen die Habsburger wurde ihnen das ganze Herrschaftsgut konfisziert und Třeboň geriet so in die Hände der Herrscherdynastie der Habsburger. Die durch den Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) verursachten Kriegsschäden, einige Pestepidemien ebenso wie mehrere Vernichtungsbrände gehören zu den finsteren Zeiten der Stadt und des ganzen Herrschaftsgutes.

Die Schwarzenberger (1660–1924)

Třeboň - Auf dem Wappen der Schwarzenberger gibt es einen abgeschlagenen Kopf eines Türken, dessen Auge von einem Raben ausgehackt wird, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o. Im Jahr 1660 gewann das Herrschaftsgut, nach dem Dreißigjährigen Krieg im trostlosen Zustand, der Fürst Johann Adolf Schwarzenberg, talentierter Politiker und Diplomat, der sich in Böhmen ansässig machte. Die Schwarzenberger verbrachten in Třeboň nur einen Teil des Jahres. Sie richteten sich vorwiegend auf den Aufbau ihres aufblühenden landwirtschaftlichen, forstlichen und Fischergutbesitzes aus. In der Umgebung von Třeboň wuchsen damals viele Einheiten (Einzelhöfe), Forsthäuser, Großgrundbesitze sowie Heuhütten, die alle den malerischen Charakter der hiesigen Landschaft bis heute bestimmen. Die Schwarzenberger stellten der Stadt Třeboň das Barock vor, wobei paradoxerweise erst weitere Brände 1723 und 1780 den Anlass zum Umbau der eigenen Stadt gaben.

Im 19. Jahrhundert stieg die Bedeutung der Region. Erstens durch Errichten der ersten Bahn zwischen Prag und Wien, die eine Station in Třeboň hatte (sogar der Kaiser Franz Josef fand sich hier ein). Und zweitens durch Gründung des Heilbades von Berta 1883 vom örtlichen Lehrer Václav Hucek, der das Heilbad nach seiner Tochter benannte. Třeboň wurde später zu einer Kreisstadt und neben ihrem Ruf in der Teichwirtschaft hatte es in der Kürze auch einen guten Namen als ein Kurort gewonnen.

Das 20. Jahrhundert und heute

Die beiden Weltkriege brachten dem Gebiet von Třeboň viele wirtschaftliche, politische und Gesellschaftsprobleme sowie Menschenopfer wie auch der ganzen Republik mit. Die wichtigen Veränderungen im Stadtleben erfolgten in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, als sich in Třeboň neben den Heilbädern und der Teichwirtschaft auch die Textilindustrie (Firma Otavan) und die landwirtschaftliche Großproduktion, die auf die Schwarzenberger Bewirtschaftung (das Staatsgut Třeboň) anknüpften, entwickelten. Es entstanden neue Stadtviertel, Schulgebäude. Třeboň wurde 1976 zum städtischen Denkmalschutzgebiet, im Jahr 1979 wurde das Naturschutzgebiet von Třeboň errichtet.

Und was ist das Třeboň von heute? Die Stadt mit fast 10 000 Einwohnern lebt mit Heilbäderwesen und Tourismus, an die auch eine reiche Kulturtätigkeit gebunden ist. Die Stadt ist stolz auf ihre historischen Wurzeln wie auch auf die Teichlandschaft, von der diese umgeben ist.